Sie kennen vielleicht das Sinnbild der Eiche: Stärke, Tapferkeit, Ausdauer und Standhaftigkeit werden ihr zugeschrieben. Nichts kann eine Eiche umhauen, denn Ihre kräftigen Pfahlwurzeln dringen tief in die Erde ein, durchdringen selbst verdichtete Böden und erreichen große Wasserquellen. Für diese Wurzeln ist kein Stamm zu mächtig. Stolz steht die Eiche da und streckt ihre Äste in den Himmel und kann Wind, Wetter und Sturm bestehen. Die Eiche macht Mut und lebt uns in diesen Tagen, wo ein Virus unser Leben bestimmt, ihre Standhaftigkeit vor, die wünschenswert ist. Auch wir können stark und kräftig sein, wenn wir uns  einen Anker aus zuversichtlichen Gedanken schaffen.

Auf körperliche Ebene können wir unsere Abwehrkräfte stärken und das geht auf vielfältige Weise:

Pflanzen, Mineralstoffe, Vitamine, Kuranwendungen und die Verbundenheit zu uns selbst und der Natur können uns in unserer Vitalität unterstützen. 

Ein Vergleich zur Pflanzenwelt:

Pflanzen waren seit eh und je den Kräften der Natur ausgesetzt. Neben Klima und Bodenbeschaffenheit  mussten sie im Laufe der Evolution mit zahlreichen Erregern zurechtkommen. Die, die das nicht konnten, verloren ihr Dasein an die Stärkeren, so wie es Darwin einst erkannt hatte. Die Pflanzen sind uns aufgrund ihres Alters evolutionär weit voraus und haben schon vielseitige strategische Abwehrmechanismen gegen krankmachende Keime, Pilze und Viren entwickelt. Dies tun sie u.a. durch ihre sekundären Pflanzenstoffe: das sind biochemische Stoffe, die Pflanzen nicht für ihre Ernährung oder ihren Stoffwechsel brauchen, sondern zum Erhalt ihrer Art und um sich vor Feinden zu schützen. Viren und Bakterien können ganz bedrohliche Feinde sein, die oft nicht so einfach wie Tiere oder Menschen überlistet werden können. Ein einfaches Bsp.: Um nicht gefressen zu werden, macht sich eine Pflanze einfach bitter, dann schmeckt sie nicht, oder sie entwickelt stachlige Haare, die dem Fressfeind unangenehm sind. Geht es aber um Erreger, die Pflanzen z.B. nach einer Verletzung heimsuchen, sind ausgeklügelte Schutzmechanismen gefragt, denn Bakterien und noch mehr Viren, haben die besten Überlebensstrategien überhaupt. Das liegt an ihrem unheimlichen Vermehrungspotential, ihrem einfachen Aufbau aus nur einer Zelle und ihrer Verwandlungsfähigkeit, um sich wieder neu anzupassen, auch Mutation genannt. Doch wie schaffen es nun Pflanzen, sich den cleversten Überlebenskünstlern Viren und Bakterien entgegenzusetzen?

Sie entwickeln biologische Abwehrstoffe. Das können z.B. Scharfstoffe sein, Ätherische Öle, Gerbstoffe, Alkaloide und viele mehr. Nach und nach versuchen unsere modernen Wissenschaftler hinter das Geheimnis dieser Stoffe zu kommen und es ist ihnen schon gelungen, einen Teil zu entschlüsseln. Naturvölker und alte Überlieferungen helfen uns, Zusammenhänge zu erkennen. Das Leben mit der Natur  sicherte einst das nackte Überleben. Für einen modernen, urbanen Menschen, der seine Nahrung aus dem Supermarkt bezieht, ist diese Abhängigkeit schwer nachvollziehbar. Doch auch wir können heute Natur und  (Heil-)pflanzen wieder näher kommen, wenn wir es wollen. Ein eigener Garten, Wald- und Naturspaziergänge oder Ausprobieren von alten Rezepten können uns erden und uns zu den Pflanzen führen.

Zurück zu Viren und Bakterien. Die, die uns krankmachen, werden Pathogene genannt. Interessanterweise ist es so, dass die Pflanzen oft nicht zwischen Bakterien und Viren unterscheiden, sondern oft beide Typen mit dem gleichen Inhaltsstoffen bewältigen. Pharmakologisch ist das anders. Bakterien können wir ganz gut mit Antibiotika in Schach halten. Aber bei Viren wird es schwierig. Nichts scheint in der Schulmedizin richtig gegen Viren zu greifen, deswegen behandelt man in der Regel die Symptome.

Es gibt einige Heilpflanzen, die besonders starkes Potenzial gegen Viren und/oder Bakterien haben, und von denen es ein Fertigprodukt aus der Apotheke gibt:

Zistrose (Cystus®Pandalis)

Melisse

Meerrettich und Kapuzinerkresse (Angocin®)

Kapland-Geranie (Umckaloabo®)

Knoblauch

Ingwer und

Schwalbenwurz (Engystol®).

Sie alle erreichen eine erfolgreiche Abwehr durch unterschiedliche Wirkstoffe.

Meerrettich und Kapuzinerkresse beispielsweise sind voll von Vitamin C und sog. Senfölglykosiden. Das ist typisch für die Familie der Kreuzblütler, zu den auch Senf, Brunnenkresse, Rettich, Radieschen, Rucola und alle Kohlarten zählen.

Senfölglkoside sind Verbindungen aus Schwefel und Stickstoff. Sie haben einen beißenden Geruch und einen scharfen Geschmack mit denen sie sich vor Fressfeinden und Keimen schützen. Kohl können sie gut in Ihren Speiseplan einbauen und tun es vielleicht bereits. Denken sie auch an fermentierten Kohl, wie Sauerkraut (im asiatischen Kimchi).

Meerrettich genießen wir oft nur selten, obwohl er früher gerne zu Fleisch und Fisch gegessen wurde. Auch hier die Parallele zur asiatischen Kulinarik: Sushi und Wasabi (Meerrettichpaste) sind untrennbar. Beim Essen werden sie merken, dass sie sofort eine freie Nase kriegen.

Kapuzinerkresse kennen wir v.a. als hübsche Balkon und Gartenpflanze. Sieht man sich ihre Blätter und Blüten genauer an, so gleichen die Blätter einem Schild und die Blüten einem Helm. Mit dieser Pflanze können sie sich also gegen Allerlei verteidigen. Die Samen entstehen, wenn die Blüte verblüht ist. Ein kompakter runzeliger Kern, der unscheinbar, bei Genuss aber unfassbar scharf ist, aber nicht zu vergleichen mit etwa Pfeffer oder Chili, nein es ist die Mischung aus scharf und schwefelig. In der Küche können sie die Samen wie Kapern einlegen.

Und noch ein Vertreter sei genannt, der in diese Familie gehört. Es ist die Papaya, die wir eigentlich aufgrund ihrer wirksamen Enzyme für den Magen-Darm-Trakt kennen. Erfolgreich werden die Papayaenzyme auch Nasennebenhöhlenentzündung und nach operativen Schwellungszuständen eingesetzt. Probieren sie einmal die Kerne und schon kommt ihnen der Geschmackserinnerung zur Kapuzinerkresse. Also am besten Fruchtfleisch und Kerne essen.

Jeder weiß, Vitamin C ist wesentlich für die Abwehrkräfte, da es stark oxidativ wirkt. Die Kombination von natürlichen Vitamin C in Früchten (Sanddorn, Acerola, Citrusfrüchten, Meerrettich…) und Kapseln, Pulver oder Tabletten macht durchaus Sinn. Es erhöht die Aufnahme im Körper. Besonders effektiv ist das sogenannte EsterC als Kapsel. Es ist gut verträglich, macht keine Bauchschmerzen und schafft es direkt in die Zelle hinein, dort wo es tatsächlich gebraucht wird.

Neben Zink und Vitamin D sollten wir auch Eisen nicht als Immunstärkung vergessen. Der Eisenspeicher erschöpft sich nach jedem grippalen Infekt, wird aber dringend benötigt, um sich von der Krankheit wieder zu erholen. Außerdem stellt es als zentraler Bestandteil von Hämoglobin, dem roten Blutfarbstoff, Sauerstoff bereit, der bei Atemwegerkrankungen besonders benötigt wird. Und was noch für Eisen spricht, ist dass Eisen Bakterientoxine (Schadstoffe) binden kann.

Nun ist ein grippaler Infekt in der Regel virusbedingt. Wenn der Körper aber schwach und angreifbar ist, haben Bakterien leicht Zugang und können obendrauf noch eine sekundäre Infektion auslösen. Gelblicher, grüner Schleim ist dafür ein Indiz, dass nun auch Bakterien beteiligt sind.

Ist eine virale Erkältung im Anfangsstadium können Schwitzkuren helfen, dass der Infekt nicht vollständig zum Ausbruch kommt. Dazu eignen sich vor allem Linden- und Holunderblütentee. Sie enthalten wirksame Flavonoide, die die Körpertemperatur leicht anheben und zum Schwitzen führen. Interessanterweise bleibt die Kur am vormittag fast wirkungslos. Am Nachmittag oder Abend dagegen kann sie mit starken Schweißausbrüche einhergehen. Fieber und Schwitzen ist gesund und tötet die Erreger, v.a. wenn sie noch nicht zu tief in unseren Körper eingedrungen sind und sich noch relativ an der Oberfläche aufhalten. Das Schwitzen  bewirkt nachfolgend eine Fiebersenkung. Praktisch gesehen können sie bei beginnender Erkältung am Abend eine Kanne heißen Lindenblütentee trinken und die Viren über Nacht ausschwitzen. Denken sie daran, dass beim Schwitzen die Hautporen geöffnet sind und Kälte und Wind leicht eindringen können. Deshalb bleiben sie bei einer Schwitzkur Zuhause.

Mein geliebter Lehrer und Pflanzenheilkundler Klaus Krämer versuchte uns SchülerInnen stets zu vermitteln, dass im Körper nichts gesondert geschieht, sondern viele Organe miteinander in Verbindung stehen, so auch Lunge und Herz. Er legte uns deswegen an Herz: alle Atemwegserkrankungen verlangen eine Herzstütze, da Kreislauf und Lunge in Beziehung stehen“. Ganz praktisch gesehen, wissen wir, dass Infekte oft den Puls erhöhen, und Fieber und Fieberabfall (v.a. durch stark senkende Mittel) den Kreislauf besonders belasten können. Die bekannteste Herzschutzpflanze ist der Weißdorn. Seine Blätter und Blüten können als Tee getrunken werden. Sie können aber auch Weißdorn-Tropfen während des Infektes einnehmen. Die Firma Ceres stellt durch ein besonderes Herstellungssverfahren sehr qualitative Crataegus-Tropfen her, die man auch empfindsamen Menschen, Kindern und Schwangeren geben kann. Wollen sie einen wirksamen Herztee für Ihre Hausapotheke, dann nutzen sie die synergetischen Kräfte folgender Herzpflanzen: Weißdorn, Herzgespann, Galgant und Passionsblume zu gleichen Teilen gemischt.

Es bleibt noch die Unterstützung der Bronchien. Bedenken sie, dass Husten nicht gleich Husten ist. Es ist bedeutend für die Therapie, ob es sich um einen trockenen oder feuchten husten handelt.

Der trockene Husten sollte mit sogenannten Schleimstoffen gepflegt werden, darunter Spitzwegerich, Eibischwurzel und Isländische Flechte. Die beiden letzteren sollten mit kalten Wasser angesetzt werden für mehrere Stunden, dann vorsichtig erwärmen und trinken. Isländische Flechte ist  besonders bitter und sollte nur vorsichtig dosiert werden, hat aber eine zusätzliche hervorragende kräftigende Wirkung.

Hat der Husten eine spastische Komponente, wie beim Asthma, nutzen sie die krampflösende Wirkung der Alantwurzel (Radix Inulae). In der traditionellen chinesischen Medizin ist er das Hustenmittel schlechthin und Bestandteil in vielen Hustentees. Alant kommt auch bei Angstgefühlen zum Einsatz, wie sie bei Asthma und Brustenge auftreten kann.

Ebenfalls krampf- und reizmildernd bei Husten eignet sich Andorn. Dieses bittere Kraut stellt eine Verbindung zwischen Lunge und Leber her. Bronchiale Beschwerden können sich in bestimmten konstitutionellen Fällen verbessern, wenn die Leber entlastet wird. Andorn mit seinem bitteren Geschmack gibt dann Unterstützung. Einfach als Fertigarznei Angocin Marubium Tropfen anwenden.

Zu guter Letzt möchte ich noch die Primelwurzel erwähnen, die bei chronischen Altershusten (oft durch Herzkrankheiten in Zusammenhang) und bei Erkältungskrankheiten mit Kopfschmerzen eingesetzt werden kann. Fertigarznei: Bronchipret Tabletten (Thymian und Primel).

Bedenken Sie, dass auch  SARS-CoV-2 Viren (COVID-19) eine virale Infektion der Atemwege auslösen. Bei den meisten Menschen verläuft diese relativ harmlos. Im Mittelpunkt stehen Fieber, trockener Husten und kurzer Atem. Auch Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen wurden beobachtet. Dies sind unspezifische Symptome, die wir auch von anderen viralen Erkältungsinfekten kennen. Mehr denn je macht es Sinn seine Abwehrkräfte zu stärken und Symptome ganzheitlich zu behandeln. Wahrscheinlich bringt uns das Coronavirus an den Anfang einer neuen evolutionären Herausforderung. Das Virus scheint noch fremd für uns zu sein und wir müssen erst mal lernen damit umzugehen bis wir Immunität erreichen. Dies können wir mit Altbewährten sicherlich zu einem großen Teil schaffen. Ein starker Körper ist längst nicht so angreifbar, weder für Viren noch für Bakterien, die mitspielen wollen, wenn Viren den Weg frei gemacht haben für Folgeerkrankungen.

Werden sie standhaft wie eine Eiche und trotzen die dem Coronavirus!

Alles Gute für Ihre Gesundheit wünscht Ihnen

Steffi Full

Heilpraktikerin