Das „B-Team“ ist eine Gruppe von Vitaminen, die rund um die Uhr und von Kopf bis Fuß im Einsatz sind. Als Vorstufen von Coenzymen helfen sie, lebenswichtige Reaktionen zu beschleunigen, Zellbausteine zu übertragen und den Kohlenhydrat-, Fett- und Aminosäurestoffwechsel am Laufen zu halt, Zellgifte wie Homocystein abzubauen. Als Bestandteile der Atmungskette aktivieren sie den Stoffwechsel und liefern uns jede Menge Energie, egal ob für die alltäglichen Aufgaben oder sportliche Höchstleistungen.

Zu den B-Vitaminen werden derzeit acht Stoffe gezählt, wobei die Vitamine B1, B6 und B12 als „neurotrop“, also auf das Nervensystem wirkend, bezeichnet werden. Einigen anderen B-Vitaminen werden ebenfalls besondere Eigenschaften zugesprochen:

Vitamin B1 soll in höherer Dosierung vor Mückenstichen schützen sowie eine Linderung von Nervenschmerzen bei Gürtelrose bewirken. Die Vitamine B2 und B6 werden zur Verbesserung der Missempfindungen beim Karpaltunnelsyndrom empfohlen und Vitamin B5 beschleunigt die Bildung der Vitamine A und D sowie zusammen mit Vitamin B6 die Synthese von Hormonen mit Steroidgrundgerüst, zu denen auch das stressmindernde Kortison gehört. Vitamin B6 wird erfolgreich bei Reise- oder Schwangerschaftsübelkeit und oft zusammen mit Vitamin B1 bei „Frauenleiden“ wie PMS oder Wechseljahresbeschwerden eingesetzt. Es ist außerdem für die Synthese der drei Botenstoffe Serotonin, Melatonin und Dopamin notwendig.

Die Vitamine B6, B12 und Folsäure sind ebenfalls mit dem Stoffwechsel des Serotonin verknüpft und steuern zudem das Schmerzempfinden. Folsäure wiederum ist unerlässlich für die Neubildung von Zellen, was in der Frühphase einer Schwangerschaft ebenso wichtig ist wie zur Vorbeugung von vermeidbaren Überalterungsprozessen.

Die B-Vitamine kommen häufig gemeinsam in vielen pflanzlichen oder tierischen Lebensmitteln vor. Besonders reichhaltig an B-Vitaminen sind Bierhefe, Eier, Fisch, (grünes) Gemüse, Hülsenfrüchte, Leber, Malzprodukte, Milch- und Milchprodukte, Muskelfleisch, Nüsse, ungeschälter Reis, Sonnenblumenkerne, Vollkornprodukte, Weizenkeime, aber auch (getrocknete) Pilze und Früchte.

Alle B-Vitamine sind wasserlöslich und lassen sich mit Ausnahme vom Vitamin B12 nicht im Körper speichern. Gerade Vitamin B1 und Folsäure werden beim Waschen der Nahrungsmittel leicht herausgespült und, da beide Vitamine hitzeempfindlich sind, beim Kochen zerstört. Der richtigen Zubereitungsart kommt daher im Hinblick auf die Vitaminversorgung eine hohe Bedeutung zu.

Folsäure, die gerade in der Frühschwangerschaft vermehrt zur Zellneubildung benötigt wird, ist zudem lichtempfindlich, so dass folsäurehaltige Lebensmittel wie Spinat, grüne Blattsalate und Bohnen, Brokkoli, Sauerkirschen, Erdbeeren, Weintrauben, Käse, Haferflocken oder Leber kühl, trocken und lichtgeschützt gelagert werden sollen.

Bei Für einen erhöhten Bedarf an B-Vitaminen gibt es viele Gründe: Bei besonderen Lebensumständen und Ernährungsgewohnheiten, Krankheiten und oft auch die dadurch bedingte regelmäßige Einnahme bestimmter Arzneimittel kann es einem erhöhten Bedarf an B-Vitaminen kommen:

1. Besondere Lebensumstände

B-Vitamine, die am Zellaufbau sowie der Bildung von DNA beteiligt sind, werden natürlich gerade in der Schwangerschaft und Stillzeit besonders benötigt. Der Spezialist dafür im B-Team ist die Folsäure, deren zusätzliche Einnahme am besten bereits bei bestehendem Kinderwunsch, spätestens jedoch bei Bekanntwerden der Schwangerschaft erfolgen sollte, um das Kind rechtzeitig vor Missbildungen wie einem offenen Rücken („spina bifida“) zu schützen. Auch auf eine ausreichende Vitamin-B2-Versorgung sollte jetzt geachtet werden, da ein Mangel mit der Entstehung einer Gaumenspalte oder einer Eklampsie in Verbindung gebracht wird.

Sportler und Personen, die schwer körperlich arbeiten, profitieren natürlich ebenfalls von einer Unterstützung des Energiestoffwechsels und der Atmungskette durch B-Vitamine. Einen erhöhten Bedarf haben außerdem auch Raucher und Diabetiker. Auch nach dem Genuß von Alkohol, Kaffee oder Tee kann ein Mangel an B-Vitaminen entstehen, da ihre Aufnahme im Dünndarm durch derartige Genußmittel verschlechtert wird. 

EXTRA-INFO Homocystein: Besonders beim Fehlen von Vitamin B6, B12 und Folsäure kann sich das zelltoxische Homocystein ansammeln, ein Zwischenprodukt des Methionin-Stoffwechsels, das zu Gefäßschäden führt, die auch in Zusammenhang mit Schlaganfall, Arteriosklerose oder Demenz gebracht werden. 

2. Arzneimittel

Arzneimittel, die den Vitamin-B-Bedarf erhöhen, gibt es viele. Zu Ihnen gehören z.B. H2-Blocker, Protonenpumpenhemmer, bestimmte Antiepileptika, Schleifendiuretika, L-Dopa, orale Kontrazeptiva, Metformin, Acetylsalicylsäure und andere NSAR und Folsäureantagonisten wie Trimethoprim.

Bei kurzzeitiger Einnahme ist dieser Effekt unerheblich und wird problemlos durch eine normale Ernährung ausgeglichen. „Spannend“ wird es hinsichtlich der Vitamin-Versorgung, wenn Arzneimittel langfristig oder in hohen Konzentrationen eingenommen werden müssen wie es z.B. beim Metformin der Fall ist, das gegen erhöhte Blutzuckerwerte eingesetzt wird. Auch Diuretika, deren Aufgabe es u.a. ist, vermehrt Wasser auszuscheiden, schwemmen zusätzliche die wasserlöslichen B-Vitamine aus.

Achtung! Arzneimittel, die die Magensäurebildung eindämmen wie H2-Blocker oder Protonenpumpenhemmer (PPI) wie Omeprazol, Pantoprazol oder Esomeprazol verringern bzw. verhindern die Vitamin-B12-Aufnahme in den Körper! Achten Sie daher besonders auf eine ausreichende Vitamin-B12-Versorgung!

 

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